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Low Carb, High Carb?- Doch was ist wirklich gesund?

By Nicole | Gesundheit

Aug 12

In meiner Praxis treffe ich immer wieder auf Menschen, die was das Thema gesunde Ernährung angeht, sichtlich verwirrt sind. Oft haben sie in der Vergangenheit verschiedene Ernährungsformen praktiziert und fragen mich dann:“ Was ist denn nun eine gesunde Ernährung?“ Heute soll es um dieses Thema gehen und am Ende wirst auch du wissen, was die beste Ernährungsform für dich ist.

Low Carb – gesund oder schädlich?

Low Carb ist „IN“ und ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass ich selbst mit dieser Ernährungsform vor einigen Jahren geliebäugelt habe. Heute weiß ich es besser und so rate ich auch den meisten meiner Klienten von dieser Ernährungsform ab. Doch warum?

Low Carb- diese Probleme können entstehen

1.Übersäuerung

Eine „vollwertige“ Low Carb Ernährung basiert in den meisten Fällen auf tierischen Produkten. Gerade Menschen, die aus dem Fitnessbereich kommen, können davon ein Lied singen. Es gibt zum Frühstück Omelett, bestehend aus 5 Eiweiß und einem Eigelb, Hühnchen zum Mittag oder reichlich Magerquark. Die Probleme dieser Ernährungsform liegen klar auf der Hand. Sie ist nämlich sehr stark säurebildend. Das mag nach einem oder zwei Monaten keine Rolle spielen, doch wie sieht es nach einem halben Jahr oder nach einem Jahr aus?

Das verschiedene Fleischerzeugnisse säurebildend sind, weiß ja heute schon jeder, aber wusstest du, dass auch durch den übertriebenen Konsum von Eiern Gicht entstehen kann? Dafür sorgt das enthaltene Molybdän, was in angemessener Dosis gar kein Problem für unseren Körper darstellt. Molybdän kurbelt die Harnsäureproduktion an und so kann es dann letztendlich zur Entstehung von Gicht kommen. Somit erübrigt sich natürlich auch die Frage, ob es die sogenannten bösen Säuren/Schlacken in unserem Körper überhaupt gibt. Gicht ist der sichtbare Beweis für deren Existenz.

Wenn sich jedoch trotz der Nachteile jemand für diese Ernährungsform entscheidet, um Gewicht reduzieren zu wollen, dann ist die vegane Form der Low Carb Ernährung die empfehlenswerteste.

2. Verdauungsprobleme

Tierische Produkte/ Erzeugnisse haben eine wesentlich längere Verweildauer in unserem Darm, d.h. sie verrotten dort munter weiter vor sich hin. Durch die entstehenden Fäulnisgase kommt es zu Blähungen und schmerzhaften Krämpfen. Eiweiße neigen dazu, diese giftigen Gase beim Zersetzungsprozess zu bilden, sodass sie unseren Körper zusätzlich belasten. Schaut man sich in Facebookgruppen oder Foren von Low Carbern um, stößt man immer wieder auf das Thema Verdauungsprobleme oder Kopfschmerzen (die durch die Rückvergiftung ausgelöst werden).

3. Der Jojo-Effekt

Dies trifft leider Kraftsportler oft besonders hart. Sie fahren ihren Kaloriengehalt in der Definitionsphase herunter. Dies tun sie durch eine Ernährungsweise mit einem hohen Anteil an eiweißhaltigen Produkten, da sie zurecht davon ausgehen, dass der Stoffwechsel dann in den ketogenen Stoffwechsel umschaltet. Dadurch bauen sich „schneller“ Muskeln auf und Fett wird verbrannt. Leider ist von der dauerhaften Anwendung dieser Methode stark abzuraten, weil dieses Kaloriendefizit und der dauerhafte Verzicht auf Kohlenhydrate/ die starke Drosselung dieser, schwere Heißhungerattacken nach sich ziehen kann. Die Folge ist dann der so genannte Jojo-Effekt, bei dem man nach Beendigung (oder Pausierung) dieser Diät sehr schnell zunimmt.

Ein weiterer Punkt ist, dass man bei einer dauerhaften Low Carb Ernährung vermehrt zu Hautunreinheiten und Pickeln neigt. Der Ursprung dafür liegt im Übrigen auch im überschüssigen oder unverdauten Eiweiß im Darm.

Dann wäre noch festzuhalten, dass verschiedene Eiweiße das Wachstum bestimmter Krebsarten fördern können. Wenn ihr dazu mehr Informationen haben wollt, dürft ihr mir gerne einen Kommentator hinterlassen. Dann greife ich dieses Thema gern in einem der nächsten Beiträge auf.

Wie hoch ist eigentlich unser Eiweißbedarf ?

An diesem Thema scheiden sich die Geister. Es gibt zahlreiche „Experten“ die sich immer wieder über dieses Thema streiten und neue Richtlinien aufstellen. So lag die Grenze früher bei 3-4 g Eiweiß täglich pro Kg Körpergewicht. Dieser hohe Verzehr hatte jedoch schwere Folgen. Nachdem durch den viel zu hohen Eiweißkonsum immer mehr schwere Nierenerkrankungen aufgetreten sind, hat man den Richtwert nach unten korrigiert. Heute liegen die empfohlenen Mengen zwischen 0,8-2g pro Kg Körpergewicht. Der Wert schwankt so stark, weil die Menge unter anderem davon abhängt ob, wie viel und welchen Sport man betreibt. Um überleben zu können benötigt der Körper jedoch mindestens 0,3 g Eiweiß pro Kg Körpergewicht täglich. Eiweiß ist existentiell und ein wichtiger Baustoff für unseren Körper. Trotzdem sollte er unbedingt in der richtigen Menge zugeführt werden.

Die bösen Kohlenhydrate

In einer Zeit, in der Low Carb total im Trend ist, sind leider die Kohlenhydrate schwer in Verruf geraten. Zucker ist gleich Zucker, höre ich oft und das stimmt zum Teil. Trotzdem möchte ich davor warnen alle kohlenhydrathaltigen Lebensmittel über einen Kamm zu schären.

Natürlich sollten wir Kohlenhydrate zu uns nehmen und diese machen auch nicht fett. Ja, du hast richtig gelesen. KOHLENHYDRATE MACHEN NICHT FETT!

Ausnahmen:

Wir müssen zuerst isolierte von komplexen Kohlenhydraten unterscheiden. Hinter dem Begriff isolierte Kohlenhydrate versteckt sich zum Beispiel der raffinierte Zucker aus Kuchen, Keksen und so weiter. Auch Weißmehl fällt in diese Kategorie. Isolierte Kohlenhydrate lassen den Blutzucker sehr schnell ansteigen (liefern also schnell Energie) und lassen ihn kurze Zeit später wieder schnell abfallen. Dieser schnelle Abfall sorgt für Heißhungerattacken. Der Verzehr von isolierten Kohlenhydraten kann noch weitere schwerwiegende Folgen haben, aber das ist ein anders Thema.

Komplexe Kohlenhydrate wirken in unserem Körper jedoch völlig anders und deshalb sollten sie natürlich auch einen festen Platz in unserer Ernährung haben. Komplexe Kohlenhydrate finden wir zum Beispiel in Kartoffeln. Dieses wunderbare Lebensmittel nur wegen der Kohlenhydrate zu verdammen wäre jedoch völlig falsch. Kartoffeln enthalten nämlich viele weitere Nährstoffe, die ein großer Gewinn für unsere Gesundheit sind.

Meist werden Kohlenhydrate als Dickmacher verschrien. Dies trifft jedoch nur auf isolierte Kohlenhydrate zu, die meist noch mit Fett kombiniert werden, wie es zum Beispiel bei Schokolade der Fall ist. Aber nun zurück zum Thema…

Wenn Low Carb aber auf Dauer ungesund ist, was soll ich denn sonst essen?

Mir geht es nicht darum bestimmte Lebensmittel oder Lebensmittelgruppen zu verdammen. Ganz im Gegenteil. Ich plädiere für eine ausgewogene Ernährung, die dennoch wenig tierische bzw. verarbeitete tierische Produkte enthält. Ich möchte, dass du dich wohlfühlst und ich glaube, dass Gesundheit nicht davon abhängt, ob du Größe 0 trägst. Du kannst mit Size 0 sehr krank sein und mit Größe 40 gesund. Das Gewicht sagt nichts darüber aus (solange es nicht im krankhaften Bereich ist).

Auch eine reine High Carb-Ernährung kann problematisch werden, wenn man sie falsch durchführt. Die Obst- Und Gemüsesorten, die wir heute kaufen können, sind oft stark überzüchtet und sehr zuckereich. Regional ist da die erste Wahl.

Ich empfehle eine Ernährung, die aus möglichst unverarbeiteten, frischen, natürlichen und nicht industriellen L-E-B-E-Nsmitteln besteht. Sie ist meiner Meinung nach am gesündesten. Damit wirst du dich am längsten wohlfühlen, deinem Körper das geben, was er braucht und Krankheiten vorbeugen. Lass dich also bitte nicht von dem Bild der Medien und jedem Hype der auftritt, mitreißen.

Ich wünsche dir eine schön gesunde Woche!

Liebe Grüße